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Darmkrebs

Diagnostik

Darmkrebs kann aufgrund seiner Lokalisation in zwei Haupttypen unterschieden werden: Darmkrebs (Kolonkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom). Feingeweblich (histologisch) sind beide Tumore nicht wesentlich unterschieden. Sie entstehen zu mehr als 95% aus drüsigen Neubildungen (Adenome), die sich als Polypen im Darm (Darmpolypen) nachweisen lassen. Es wird zwar nicht jeder drüsige Polyp (Adenom) zu einem Karzinom, jedoch lässt sich nicht vorhersagen, welcher Polyp zu einem Karzinom wird, so dass jeder Polyp entfernt werden sollte. Darmkrebs wird in verschiedene Stadien unterteilt (TNM-Stadien, klinische Stadien nach UICC), die sich nach der Tiefe des Eindringens in die Darmwand und nach dem Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen) richten.

Häufigkeit

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland und inzwischen die Häufigste in Europa. Mehr als 50.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an dieser Krankheit und mehr als 30.000 sterben pro Jahr daran. Dass dies nicht sein muss, wissen wir spätestens seit 1993, als neue Untersuchungen zeigten, dass die Sterblichkeit an Darmkrebs durch Früherkennung gesenkt werden kann. Aus diesem Grunde ist die Aufklärung über Möglichkeiten zur Früherkennung für die Bevölkerung besonders wichtig. Das Lebenszeitrisiko an einem Darmkrebs zu erkranken liegt bei 4 - 5 %. Mit dem Alter steigt das Risiko stark an und erreicht im Alter von 75 Jahren ein Risiko von nahezu 20%.

Ursachen und Auslöser

Darmkrebs ist vererbbar. Es gibt Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko tragen. Die größte Gruppe sind sogenannte familiäre Darmkrebssyndrome (Lynch-Syndrom, HNPCC= hereditäres nicht-polyposis Coloncarzinom), bei denen bereits mehrere Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt sind. In diesen Familien haben alle erstgradig Verwandten ein teilweise dramatisch erhöhtes Risiko (bis zu 10fach erhöht). Diese Familienmitglieder zu erkennen ist besonders wichtig. Hierzu trägt eine Befragung der Verwandten bei. Als Faustregel gilt, dass bei 3 direkt miteinander Verwandten, die an einem Darmkrebs, oder bei Frauen, die an einem Unterleibskrebs (Endometriumkarzinom) erkrankt sind, bereits hochgradig der Verdacht auf eine familiäre Darmkrebserkrankung vorliegt. Diese Familienmitglieder sollten dringend einen Arzt zu einer Darmspiegelung aufsuchen. Um ihr eigenes Risiko selbst einschätzen zu können finden Sie auf dieser Internetseite einen Fragebogen (Link). Weitere Risikofaktoren sind ungesunde Ernährung, Verzehr von rotem Fleisch und Übergewicht.

Vorsorge

Beschwerden

Darmkrebs macht nur in späten Stadien sichere Symptome: Diese sind deutlich sichtbare Blutungen, Schmerzen und Darmverschluss. Die Polypen können ab einer Größe von mehreren Zentimetern ebenfalls sichtbare Blutungen auslösen. Jedoch finden diese Blutungen nur zeitweilig (intermittierend) statt. Kleine Polypen können sog. okkulte (nicht sichtbare) Blutungen verursachen.

Krankheitsverlauf

Unbehandelt führt der Darmkrebs rasch zum Tode. In Frühstadien ist Darmkrebs heilbar.


Darmkrebs


Behandlung / Therapie

Polypen können durch endoskopische oder chirurgische Verfahren entfernt werden. Polypen, die zu einem Darmkrebs fortgeschritten sind, können in der Regel nur chirurgisch entfernt werden. Vor einem chirurgischen Eingriff sollten Voruntersuchungen (Labor, CT oder NMR) durchgeführt werden, um das Stadium vor der Operation bereits festlegen zu können. Bei der chirurgischen Therapie wird immer ein Teil des Darmes entfernt. Bei rechts sitzenden Tumoren eine Entfernung der rechten Darmhälfte (Hemikolektomie rechts), bei links sitzenden Tumoren eine Entfernung der linken Darmhälfte (Hemikolektomie links). Bei Tumoren im Enddarm (Rektum) wird meist der ganze Enddarm entfernt (Rektumresektion). Heute ist in der Regel ein künstlicher Darmausgang nach der Operation nur selten nötig (ca. 10%). Weitere Therapieoptionen (Chemotherapie) richten sich dann nach dem Stadium des Tumors.

Nachsorge

Nach vollständiger Entfernung eines Darmtumors muss eine regelmäßige Nachsorge einschließlich einer Darmspiegelung durchgeführt werden.

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